Wegekreuz in Üsdorf

19.07.2010 von ·
Thema: Allgemeines 

Nach längerer Zeit bin ich endlich wieder dazu gekommen, einen neuen Beitrag zu schreiben. Dieses mal geht es um das Wegekreuz an der Ostlandstraße Ecke Schulstraße. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet den Beitrag unter “Geschichte” -> “Themen”.

Alter “Grenzposten” – das Wegekreuz in Üsdorf

19.07.2010 von ·
Thema: Geschichte 

Wegekreuz in Üsdorf

Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber es gab Zeiten, da hieß es übersetzt “Weiden bei Üsdorf”. Denn Üsdorf war das “große” Siedlungsgebiet. Heute ist es nur noch ein Ortsteil und vollständig in Weiden aufgegangen. Der Name “Üsdorf” erscheint öffentlich allenfalls noch als Bushaltestelle.

Die ehemalige Grenze von Weiden und Üsdorf kann man heute noch an der Ostlandstraße Ecke Schulstraße sehen. Denn dort steht das alte Wegekreuz. Es diente nicht nur als “Schutz vor allem Übel” sondern eben auch als Grenz- und Besitzmarkierung.

Das Kreuz besteht aus zwei von unterschiedlichen Stilrichtungen geprägten Teilen. Zum einen ist es der Sockel mit seiner barocken Wappendarstellung, der aus dem 17. Jahrhundert stammt. Das Wappen zeigt in einem Schild ein Johanniterkreuz. Die Johanniter spielten über Jahunderte aufgrund ihrer Besitzungen eine große Rolle im Raum Lövenich und Weiden. In Üsdorf z. B. besaßen sie den schon 1277 erwähnten Johanniterhof.

Zum anderen ist es der Aufsatz, der mit der Inschrift 1848 datiert ist. Bevor die Franzosen im späten 18. Jahrhundert nach Köln kamen, wurde das Kreuz wohl vor ihnen in Sicherheit gebracht. Denn der Bauer Büttgen, Pächter des damaligen Tollkamphofes, schrieb am 5.10.1794 in sein Tagebuch:

Heut den 5ten october sind die französischen sasclotten von Königsdorff herabgekommen. Wir haben das Oistorffer Creutz in die Aerd vergraben.

Möglicherweise ist das Versteck bei der Kreuzvervollständigung 1848 in Vergessenheit geraten, und somit musste ein neuer Aufsatz erstellt werden.

In letzter Zeit wurde das Kreuz mehrmals restauriert. Da von den ursprünglich drei Linden, die das Kreuz einrahmten, bis 1980 nur noch eine übrig geblieben war, wurde es vom Bauverein der katholische Kirchengemeinde in Weiden leicht versetzt. So steht es heute nun in der Mitte des Straßenrundes.

Quelle:
Festschrift, 75 Jahre katholische Kirchengemeinde St. Marien in Weiden

Ein Fachwerkhaus mit Turm – der Wickrather Hof

26.04.2010 von ·
Thema: Geschichte 

Wickrather Hof

Viele Spuren der früheren Siedlungsgeschichte Weidens findet man heute leider nicht mehr. Fast alle Gebäude aus den letzten Jahrhunderten fielen Ende des 19. und im Verlauf des 20. Jahrhunderts dem Strukturwandel in Weiden zum Opfer.
Zum einen musste für den Ausbau der Aachener Straße und zum anderen für neue Wohnsiedlungen Platz geschaffen werden.

Ein Zeuge aus früherer Zeit und der letzte aus einer Reihe von Bauern- und Gutshöfen in Weiden hat jedoch inmitten des Ortsteils Üsdorf überlebt: der Wickrather Hof in der Gertrudisstraße (Karte).

Ursprünglich stand an der selben Stelle der Zollhof oder auch Große Hof des Apostelnstifts, der bereits 1270 erstmals erwähnt wurde. 1749 tauchte der Name Wickrath, benannt nach dem damaligen Pächter, erstmals in den Akten auf. Damals noch als Wickerader hoff zu oistorf.

Der alte Zollhof war in seiner Form um einiges größer als der heutige Wickrather Hof. Auch war er nicht – so wie heute – ein geschlossener Vierkanthof sondern bestand aus einzelnen nur teilweise verbundenen Gebäudeteilen. Eine Reihe von Abbruch- und Umbaumaßnahmen um 1893 durch den damaligen Besitzer führten zu der Form, wie der Wickrather Hof auch heute noch zu sehen ist. Das alte Herrenhaus ist heute als Teil des Wohnhauses noch erhalten geblieben. Allerdings wurde es wohl in westlicher Richtung etwas verkürzt. Der gesamte heutige Innenhof war ein großer Pfuhl. Entlang der alten Dorfstraße (heutige Gertrudisstraße) wurde ein neuer Stall errichtet, ein kleinerer Fachwerkstall von vor 1807 blieb dabei erhalten und erhielt den straßenseitigen Backsteingiebel. Gleichzeitig entstand der seitliche Anbau am Wohntrakt mit dem markanten runden Turm, der als Treppenhaus für die Wendeltreppe dient.

Trotz einiger Neu- und Umbauten seit 1893 blieb der Hof überwiegend in seiner Form und Größe bis heute erhalten und steht nun unter Denkmalschutz.

Quelle:
Uwe Griep, Stadtspuren – Denkmäler in Köln , Band 27 Köln: Lövenich, Weiden und Junkersdorf

Weidens ältestes Haus – die St. Stephanus-Kapelle

20.03.2010 von ·
Thema: Geschichte 

St. Stephanus-Kapelle in Üsdorf

Ganz unauffällig steht die St. Stephanus-Kapelle in einem Wohnviertel an der Potsdammer Straße Ecke Freiburger Straße im Weidener Ortsteil Üsdorf (Karte). Dabei verdient sie mehr Beachtung. Also, werfen wir mal einen kleinen Blick auf ihre weit über 500 jährige Vergangenheit.

Die St. Stephanus-Kapelle wurde 1466 erstmals urkundlich erwähnt und von Lövenich aus gottesdienstlich betreut. Im 17. Jhd. gehörte sie als Teil des Engelshofes mit diesem zusammen dem kölner Stift St. Maria ad gradus. Im truchsessischen Krieg (1583 bis 1588) wurde sie zerstört, jedoch 1629 wahrscheinlich von einem gewissen Walutius wieder aufgebaut. Ein Stein mit dieser Jahreszahl als Inschift ist über der Eingangstür zu finden. Man nimmt an, dass die Kapelle dann seit der Säkularisation durch die Franzosen nicht mehr genutzt wurde.

Nach dem Abriss des Engelshofes 1970 kam die Stephanus-Kapelle durch Schenkung in den Besitz der katholischen Kirchengemeinde St. Marien in Weiden. Die Gemeinde war um die Kapelle sehr bemüht. Bis 1999 konnten im wesentlichen jedoch nur substanzerhaltende Maßnahmen durchgeführt werden.

Im Jahr 2000 wurde der Pfarrverein zur Förderung der Üsdorfer Kapelle gegründet, der sich die Aufgabe stellt, Gelder für die Restaurierung, Einrichtung und zur Unterhaltung der Kapelle zu beschaffen.

Mittlerweile ist die Kapelle wieder mit den notwendigsten Einrichtung versehen und es finden regelmäßig ökumenische Abendgebete statt.

Für die Erhaltung dieses Denkmals wird natürlich auch immer Geld benötigt. Wenn Sie einen Beitrag zum Erhalt leisten möchten, finden Sie unter folgendem Link die nötigen Informationen:
www.sankt-marien-koeln.de.

Quellen:
Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 4 Die Kunstdenkmäler des Landkreises Köln

 

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